Seit 2016 befragte ein Studienteam am Universitätsklinikum Jena Sepsis-Überlebende nach ihrem Gesundheitszustand. Die Mitteldeutsche Sepsis-Kohorte veröffentlicht jetzt Ergebnisse. An dem Studienprojekt des Zentrums für Sepsis und Sepsisfolgen am Universitätsklinikum Jena beteiligen sich fünf große Kliniken, die im Untersuchungszeitraum über 3.000 Sepsis-Patienten behandelten. 250 Teilnehmende konnte das Forschungsteam über den gesamten Studienzeitraum von fünf Jahren begleiten. Danach erlitten fast alle Sepsis-Überlebenden Folgeerkrankungen: 90% haben körperliche Einschränkungen, die vor der Sepsis nicht vorlagen. Sechs von zehn beklagen Gedächtnisstörungen und bei vier von zehn traten psychische Folgen ein. Häufig leiden Betroffene an mehreren Folgeerkrankungen gleichzeitig. Insgesamt kehrt nur etwa ein Drittel der Sepsis-Überlebenden in die Unabhängigkeit zurück. Je größer der Hilfebedarf bereits vor der Erkrankung war, desto wahrscheinlicher ist ein größerer und längerfristiger Unterstützungsbedarf danach. Überraschenderweise stellt die Schwere der Akuterkrankung in dieser Hinsicht keinen relevanten Risikofaktor mehr dar.
Foto: M. Szabó/UKJ
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