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Die Ost-West-Unterschiede schmelzen

Datum: 29.01.2024
Rubrik: Wissenschaft

In der Bewertung der Lebensqualität unterscheiden sich Menschen in Deutschland kaum, egal ob sie aus Ost- oder Westdeutschland kommen, auf dem Land oder in der Stadt wohnen. Dies ist das überraschende Ergebnis des Deutschland-Monitors 2023, einer neuen jährlichen wissenschaftlichen Studie. An der Erstellung des Deutschland-Monitors sind Forschende der Friedrich-Schiller-Universität Jena beteiligt.

Als zentrale Herausforderungen vor Ort gelten die Verfügbarkeit bezahlbaren Wohnraums, der Fachkräftemangel sowie der zunehmende Gegensatz zwischen Arm und Reich. In strukturschwachen ländlichen Regionen wird die Abwanderung junger Menschen als besondere Herausforderung problematisiert. Positiv ist, dass in Deutschland flächendeckend ein starker sozialer Zusammenhalt vor Ort wahrgenommen wird.

Menschen in Ostdeutschland fühlen sich doppelt so häufig abgehängt wie Menschen in Westdeutschland (19 % zu 8 %). Damit einhergehend haben in Ostdeutschland mehr Menschen den Eindruck, dass sich die Politik nicht ausreichend für ihre Region interessiere und sich zu wenig für deren wirtschaftliche Entwicklung einsetze. Die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland können aber zum Teil auf objektive Faktoren zurückgeführt werden. Menschen in strukturschwachen Regionen in Ost und West fühlen sich stärker abgehängt als Menschen in strukturstarken Regionen. Das „Gefühl des Abgehängtseins“ ist in jenen ostdeutschen und strukturschwachen Gegenden besonders stark verbreitet, die stärker von Überalterung und Abwanderung betroffen sind.

Während die Idee der Demokratie in Deutschland praktisch von allen ca. 4.000 Befragten (97 %) unterstützt wird, bewertet ein großer Teil der Bevölkerung die gegenwärtige Praxis der Demokratie skeptisch: Mit dem Funktionieren der Demokratie sind vier von zehn Befragten in Westdeutschland (40 %) und mehr als die Hälfte im Ostdeutschland (56 %) unzufrieden.

Dagegen findet der Deutschland-Monitor einen stabilen wohlfahrtsstaatlichen Konsens: Eine breite Mehrheit ist der Ansicht, dass der Staat für allgemeine Lebensrisiken Verantwortung übernehmen sollte. Dabei wächst die Offenheit für einen handlungsfähigen Staat bei wirtschaftlichen Herausforderungen und sozialen Risiken.

Der Deutschland-Monitor ist eine neu entwickelte Studie der Wissenschaft, die jährlich die Einstellungen der Menschen in Deutschland untersucht. Kernfrage der Studie ist, wie regionale Lebensumfelder die Einstellungen der dort lebenden Menschen kurz- und langfristig beeinflussen. Ein Konsortium von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Zentrum für Sozialforschung Halle (ZSH), dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Jena und von GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Mannheim erstellt den Deutschland-Monitor.

Der Bericht sowie eine Kurzversion sind hier abrufbar:

https://www.powi.uni-jena.de/arbeitsbereiche/lehrstuhl-politisches-system-der-brd/aktuelles

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