Der Historiker Dr. Daniel Schuch von der Universität Jena erhält am 10. März in Wien einen der mit 2 000 Euro dotierten Irma Rosenberg-Preise 2022. Gewürdigt wird damit Schuchs Untersuchung über den Wandel von Zeugenschaft des Holocaust. Den Ausgangspunkt bildet das Interviewprojekt von David P. Boder. Der US-amerikanische Psychologe hatte 1946 in Europa Überlebende der Shoa befragt und ihre Erzählungen per Drahttonrekorder aufgezeichnet. Ihm ging es speziell darum, herauszufinden, wie stark die Überlebenden traumatisiert waren. 50 bis 60 Jahre später wurden einige der von ihm Befragten erneut interviewt. Schuch hat untersucht, wie sich der Blick der Überlebenden auf ihre Erfahrungen und die gesellschaftlichen Erwartungen an ihre Erzählungen verändert haben. Seine Arbeit erschien 2021 im Wallstein-Verlag Göttingen. Den Irma Rosenberg-Preis für die Erforschung der Geschichte des Nationalsozialismus vergibt die Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte alle zwei Jahre in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, der Kulturabteilung der Stadt Wien und dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Österreichs. cd/Foto: Anne Günther/Universität Jena
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