Bereits moderate Temperaturveränderungen können Mikroalgen deutlich verändern. Das zeigt eine neue Studie, die erstmals untersucht hat, wie sich Temperaturschwankungen zwischen 18 und 33 Grad Celsius auf die Organismen auswirken. Bisher standen vor allem die Folgen extremer Hitze oder Kälte im Mittelpunkt der Forschung.
Für die Untersuchung analysierten Forschende der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) die Mikroalge Chlamydomonas reinhardtii. Sie dient als Modellorganismus, um grundlegende biologische Prozesse von Mikroalgen zu erforschen. Dabei zeigte sich, dass sich bereits bei moderaten Temperaturänderungen die Aktivität von rund einem Drittel der proteinkodierenden Gene verändert.
Die Auswirkungen reichen von Veränderungen der Fotosynthese und des Stoffwechsels bis hin zum Schwimmverhalten und der Wechselwirkung mit Bakterien. Zudem verzögert sich bei steigenden Temperaturen der Beginn der Fotosynthese.
Da Mikroalgen eine wichtige Rolle bei der Bindung von Kohlendioxid, der Sauerstoffproduktion und als Grundlage vieler aquatischer Nahrungsketten spielen, könnten diese Veränderungen Auswirkungen auf Gewässer und Böden haben. Die Studie entstand im Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ und erscheint im Fachmagazin „The Plant Cell“.
Quelle: https://www.uni-jena.de/431332/unterschaetzte-wirkung-von-temperaturschwankungen
Foto: Yann Schosser
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