Forschende des Universitätsklinikums Jena haben ein neues Verfahren entwickelt, um Krankheitserreger bei schweren Infektionen schneller nachzuweisen. Die Methode kann Bakterien, Viren oder Pilze direkt aus Blutplasma identifizieren und funktioniert auch dann, wenn bereits Antibiotika gegeben wurden.
Dafür wird freie mikrobielle DNA im Blut untersucht. Die Erbgutfragmente der Erreger können mit einer speziellen Sequenzierung innerhalb weniger Stunden ausgewertet werden, ohne dass die Keime zuvor im Labor angezüchtet werden müssen.
In einer Pilotstudie mit 18 Patienten stimmte das Verfahren in 16 Fällen mit der klinischen Diagnose überein. Bei zwei Fällen einer Herzklappenentzündung konnte der Erreger nachgewiesen werden, obwohl klassische Blutkulturen kein Ergebnis geliefert hatten.
Vom Probeneingang bis zum Ergebnis dauert die Analyse rund zwölf Stunden. Langfristig könnte die Methode auch helfen, Antibiotikatherapien besser zu steuern und unnötig lange Behandlungen zu vermeiden.
Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachjournal „Genome Medicine“ veröffentlicht: https://doi.org/10.1186/s13073-026-01700-3
Foto: Rodigast/UKJ
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