Chemiker der Universität Magdeburg haben gemeinsam mit Molekularmedizinern des Uniklinikums Jena einen neuen und vielversprechenden Therapieansatz gegen lebensbedrohliche Lungeninfektionen gefunden. Statt krankheitserregende Bakterien oder Pilze allein mit Antibiotika und Antimykotika zu bekämpfen, ist es ihnen in Experimenten gelungen, gezielt deren gefährlichstes Werkzeug auszuschalten: Zellgifte, die die Zellen in der Lunge zerstören und den Mikroorganismen anschließend ermöglichen, sich auszubreiten.
Das Forschungsteam konnte zeigen, dass synthetisch veränderte Sterole, also cholesterinähnliche natürliche Bestandteile der Zellmembran, das Gift abfangen und deaktivieren können, bevor es Gewebe schädigt. Gleichzeitig stabilisiert es die Zellmembran und macht die Körperzellen widerstandsfähiger. Die Forscher gehen davon aus, dass so künftig invasive Lungeninfektionen medikamentös gezielt abgeschwächt, intensivmedizinische Behandlungsergebnisse verbessert und das Gesundheitssystem deutlich entlastet werden können.
Foto: Augenwerke Fotografie/Nadine Grimm
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