Warum altern Menschen – und warum unterscheiden sich Alterungsprozesse so stark? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein neuer Übersichtsartikel in „Nature Reviews Genetics“, an dem das Leibniz-Institut für Alternsforschung in Jena beteiligt ist.
Die Autorinnen Dr. Melike Dönertaş vom FLI und Dame Linda Partridge vom University College London betrachten Altern aus evolutionärer Perspektive. Demnach wirkt die natürliche Selektion vor allem auf Eigenschaften, die im frühen Leben wichtig für Überleben und Fortpflanzung sind. Schädliche Effekte, die erst im hohen Alter auftreten, werden dagegen kaum aussortiert und können sich im Lauf der Evolution ansammeln.
Heute erreichen deutlich mehr Menschen ein hohes Alter als in früheren Zeiten. Dadurch treten die Folgen dieser biologischen Prozesse stärker zutage – etwa bei Herz-Kreislauf- oder neurodegenerativen Erkrankungen. Die Forscherinnen verweisen auf zentrale Signalwege wie Insulin/IGF-1 und mTOR, die Wachstum, Energiehaushalt und Reparaturprozesse steuern.
Die evolutionäre Sicht könne helfen, Altern und altersbedingte Krankheiten besser zu verstehen. Ziel sei nicht nur ein längeres Leben, sondern mehr Lebenszeit bei guter Gesundheit.
Quelle: https://idw-online.de/de/news872450
Foto: FLI / Kerstin Wagner; KI-generiert mit Google Gemini
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