Wie lässt sich die biologische Vielfalt langfristig schützen? Ein neuer Bericht des Max-Planck-Instituts für Geoanthropologie in Jena zeigt, dass dafür neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch das Wissen indigener Völker und lokaler Gemeinschaften eine wichtige Rolle spielen kann. Vorgestellt wurde der Bericht „Biodiversity Through Time: Deep Histories and Living Knowledge Systems from the Global South“ auf der UN-Biodiversitätskonferenz COP17 in Eriwan.
Erarbeitet wurde er von der Jenaer Forschungsinitiative „Perspectives from the Global South on the Anthropocene“ (ECHOES) gemeinsam mit Forschenden und Gemeinschaften aus Afrika, Asien und Südamerika.
Eine zentrale Aussage lautet, dass Biodiversität kein unveränderlicher natürlicher Zustand ist. Ökosysteme wurden über Jahrtausende durch Klima, Tiere, Pflanzen und menschliche Nutzung geprägt. So zeigen Beispiele aus Brasilien und Indien, wie traditionelle Regeln beim Umgang mit Feuer, beim Fischfang oder beim Sammeln von Honig zum Erhalt von Arten beitragen können.
Der Bericht verbindet dieses Wissen mit Erkenntnissen aus Archäologie, Geschichte und Naturwissenschaften. Zum Einsatz kommen beispielsweise Untersuchungen alter DNA und die Analyse von Baumringen.
Die Autoren wollen damit auch Anregungen für die internationale Biodiversitätspolitik geben. Der Bericht soll nach der COP17 auch auf der UN-Klimakonferenz COP31 im türkischen Antalya vorgestellt werden.
Quelle: https://idw-online.de/de/news879853
Foto: Perspectives of the Global South on the Anthropocene
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