Die ehemalige Doktorandin des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena, Matilde Florean, wird mit der renommierten Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Geehrt wird sie für ihre herausragende Forschung zur Evolution pflanzlicher Naturstoffe. Die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Nachwuchspreisen der Max-Planck-Gesellschaft.
Im Mittelpunkt ihrer Doktorarbeit stand die Frage, wie Pflanzen unabhängig voneinander ähnliche Abwehrstoffe entwickeln. Florean konnte nachweisen, dass sich die Biosynthese sogenannter Benzoxazinoide – wichtiger natürlicher Schutzstoffe gegen Schädlinge – im Pflanzenreich mehrfach unabhängig entwickelt hat. Dabei entdeckte sie zudem ein bislang unbekanntes Gen, das eine zentrale Rolle bei der Bildung des Naturstoffs Indol spielt. Ihre Forschungsergebnisse liefern neue Erkenntnisse über die Evolution pflanzlicher Stoffwechselwege und eröffnen Perspektiven für die Naturstoffforschung, die Evolutionsbiologie sowie die Entwicklung widerstandsfähiger Nutzpflanzen.
Die gebürtige Italienerin promovierte seit 2021 in der Abteilung Naturstoffbiosynthese am Jenaer Max-Planck-Institut. Aus ihrer Arbeit gingen sieben wissenschaftliche Veröffentlichungen hervor, darunter Beiträge in renommierten Fachzeitschriften wie „PNAS“ und „Nature Chemical Biology“.
Seit April 2026 arbeitet Matilde Florean als Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg. Dort erforscht sie neue Wege, um die Kohlenstofffixierung in Pflanzen zu verbessern und damit langfristig klimaresistentere Nutzpflanzen zu entwickeln.
Foto: Anna Schroll
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