Mikroorganismen im Grundwasser können selbst bei extremem Energie- und Nährstoffmangel über lange Zeit überleben. Eine neue Übersichtsarbeit fasst diese Anpassungen unter dem Begriff „mikrobielle Genügsamkeit“ zusammen.
Grundwasserleiter, Gesteinsporen und tiefe Felsspalten gehören zu den größten, aber am wenigsten erforschten Lebensräumen der Erde. Dort gibt es kein Sonnenlicht und nur wenige Nährstoffe. Für ihre Arbeit werteten Kirsten Küsel von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Sprecherin des Exzellenzclusters „Balance of the Microverse“, und Mark Dopson von der schwedischen Linnaeus Universität zahlreiche internationale Studien aus.
Demnach wachsen viele Mikroorganismen im Grundwasser sehr langsam, nutzen unterschiedliche Energiequellen und arbeiten eng mit anderen Mikroben zusammen. Einige bleiben zudem in einem energiesparenden Bereitschaftszustand. So können sie schnell auf vorübergehend verfügbare Nährstoffe reagieren.
Die Organismen beeinflussen wichtige Stoffkreisläufe: Sie binden Kohlenstoff, bauen Methan ab und verändern Stickstoff-, Schwefel- und Eisenverbindungen. Damit tragen sie zur Wasserqualität und zur Regulierung klimarelevanter Gase bei. Das neue Rahmenkonzept soll helfen, die Bedeutung dieser Lebensgemeinschaften für Grundwasser und Klima besser zu verstehen. Die Arbeit erschien in der Fachzeitschrift „Nature Microbiology“.
Quelle: idw-online.de/de/news874770
Foto: Beatrix Heinze (Dr. Oliver Overholt (l.) und Prof. Dr. Kirsten Küsel sammeln Proben im Hainich)
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