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KI in Sammlungen: Forschende fordern mehr Fairness und Transparenz

Datum: 12.06.2026
Rubrik: Wissenschaft

Künstliche Intelligenz kann naturhistorische Sammlungen für die Biodiversitätsforschung besser nutzbar machen. Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung des Senckenberg Instituts für Pflanzenvielfalt in Jena warnt jedoch vor neuen ethischen Risiken.

In der Fachzeitschrift „BioScience“ stellen die Autoren das Konzept der „Ethical Collectomics“ vor. Es soll sicherstellen, dass digitale Sammlungsdaten und KI-gestützte Analysen nicht nur großen Forschungseinrichtungen zugutekommen, sondern auch Herkunftsländern, lokalen Gemeinschaften und indigenen Gruppen.

Am Jenaer Herbarium Haussknecht lagern mehr als 3,6 Millionen Pflanzenbelege. Solche Sammlungen liefern wichtige Daten zu Artenvielfalt, Ökosystemen und Umweltveränderungen. Mit Digitalisierung, Bildanalyse, Genomik und KI lassen sich diese Informationen künftig noch umfassender auswerten.

Gleichzeitig verweisen die Forschenden darauf, dass viele Sammlungsobjekte aus kolonialen oder imperialen Kontexten stammen. Deshalb müssten Fragen nach Zugang, Nutzung, Autorenschaft und Vorteilsteilung stärker berücksichtigt werden. Gefordert werden transparente Datenpraktiken, internationale Partnerschaften, Schutz sensibler Fundortdaten und langfristige Investitionen in Sammlungen als globales Kulturerbe.

Foto: Herbarium Haussknecht, FSU

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