Forschende der Universität Jena haben einen Schlüsselmechanismus der Embryonalentwicklung bei Rippenquallen nachgewiesen. Die Ergebnisse zeigen, dass eines der grundlegenden Koordinatensysteme für den Körperbau bereits am Ursprung der vielzelligen Tiere existierte. Veröffentlicht wurde die Studie im Fachjournal „Nature“.
Im Mittelpunkt steht der sogenannte „Organisator“. Diese Zellgruppe steuert bei Embryonen, wo später Körperachsen entstehen – also vorn und hinten, oben und unten. Entdeckt wurde dieser Mechanismus 1924 von Hans Spemann und Hilde Mangold. Spemann erhielt dafür später den Nobelpreis.
Das Jenaer Team um Evolutionsbiologe Prof. Dr. Andreas Hejnol wiederholte nun ein ähnliches Experiment an Rippenquallen. Dabei wurde Gewebe aus einem Embryo in einen anderen übertragen. Das Ergebnis: Der Embryo bildete eine zweite Körperachse aus.
Besonders bemerkenswert ist ein weiteres Experiment. Die Forschenden konnten den Organisator einer Rippenqualle auch in den Embryo einer Seeanemone übertragen – obwohl sich beide Tierlinien vor hunderten Millionen Jahren getrennt haben. Auch dort löste das Gewebe die Bildung einer zusätzlichen Körperachse aus.
Die Arbeit zeigt, dass zentrale Bauprinzipien komplexer Tierkörper sehr viel älter sind als bisher in dieser Form nachgewiesen.
Quelle: https://idw-online.de/de/news872737
Foto: Lisa-Marie Barf (Untersuchungsobjekt des Jenaer Forschungsteams: eine Rippenqualle der Art Mnemiopsis leidyi)
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