Nachrichten

Post-Covid-Forschung am Uni-Klinikum gefördert

Datum: 17.09.2021
Rubrik: Wissenschaft

Das Universitätsklinikum Jena erhält 700 000 Euro vom Land thüringen für ein umfassendes Forschungs- und Versorgungskonzept im Post-COVID-Zentrum.

Immer mehr an Corona erkrankte Menschen leiden, und das auch nach milden Infektionsverläufen, am sogenannten Post-COVID-Syndrom. Dieses beschreibt ganz unterschiedliche Beschwerden noch Monate nach einer überstandenen Infektion. Allein in Thüringen sind etwa 15.000 Menschen betroffen. Das Krankheitsbild Post-COVID stellt die Forscher und Ärzte noch vor viele Fragen. Um das zu ändern, entwickeln Experten am UKJ im Post-COVID-Zentrum ein umfassendes, interdisziplinäres Forschungs- und Versorgungskonzept für Post-COVID-Patienten.

„Bisher gibt es keine kausale Therapie beziehungsweise wirkungsvolle Behandlung für die betroffenen Patienten“, sagt Professor Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV und Leiter der Post-COVID-Ambulanz für Erwachsene am UKJ. Die Symptome des Post-COVID-Syndroms sind vielfältig, typisch sind ein chronisches Erschöpfungssyndrom, depressive und kognitive Störungen, eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit, Luftnot und Husten oder auch ein gestörter Geruchs- und Geschmackssinn. „Diese Beschwerden können über viele Monate anhalten und beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen deutlich“, so Stallmach.

In den kommenden drei Jahren werden Experten des UKJ – aus Innerer Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Augenheilkunde Hals-Nasen-Ohren-Medizin und Kinder- und Jugendmedizin – mit den Fördergeldern unter anderem die Post-COVID-Ambulanz personell unterstützen. Vor allem aber soll ein Register entstehen, in dem systematisch das Spektrum und die Verläufe der Post-COVID-Symptome erfasst werden. Hierbei wird das UKJ-Team auch auf die Erfahrungen nationaler und internationaler Projekte aufbauen, um standortübergreifend Vergleiche zu ermöglichen. „Unser Ziel ist es, die Patientenversorgung mittelfristig zu verbessern“, sagt Stallmach, „und wichtige Eckpunkte zu liefern für politische Entscheidungen in drohenden Pandemien.“.

Weitere Meldungen aus dieser Rubrik

Neue Funde bringen alte Theorie ins...

Die Expansion des modernen Menschen aus Afrika verlief vermutlich anders, als bislang gedacht: Entgegen... [zum Beitrag]

Förderung für...

Seit Juli 2022 stärkt der Leibniz-Forschungsverbund Resilient Ageing die interdisziplinäre Zusammenarbeit... [zum Beitrag]

Schmetterlinge automatisch analysieren

Das Fangen und Sammeln von Schmetterlingen im tropischen Regenwald ist eine kräftezehrende Angelegenheit.... [zum Beitrag]

Sag mir, wer du bist, und ich...

Eine markante Nase, die Augenfarbe, ein fliehendes Kinn – es gibt viele hervorstechende Eigenschaften,... [zum Beitrag]

Millionen Jahre alte...

Viele Insekten leben seit Millionen von Jahren in enger Symbiose mit Bakterien, die ihnen Nährstoffe... [zum Beitrag]

Die Evolution bestimmt das Tempo des...

Warum leben manche Arten nur wenige Wochen, während andere Jahrhunderte überdauern? Forschende am... [zum Beitrag]

Biologisch abbaubare...

Die Reduktion fossiler Rohstoffe stellt auch die Verpackungsindustrie vor neue Herausforderungen. In einem... [zum Beitrag]

Gemeinsam auf Mission Fusarium

Sie sind gefürchtete Krankheitserreger und Hoffnungsträger zugleich: Pilze der Gattung Fusarium. Weltweit... [zum Beitrag]

Förderung für den Thüringer...

Der Thüringer Wasser-Innovationscluster kann seine Arbeit fortsetzen: Das Bundesministerium für Forschung,... [zum Beitrag]