Herzrate, Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung messen, ohne Elektroden auf der Haut oder störende Sensoren am Körper. Möglich macht das goVISCAN: ein neuer, kompakter Sensor, den das Fraunhofer IOF gemeinsam mit Partnern im Forschungsbündnis AMI entwickelt hat. Auf den Messen W3+ in Jena sowie der VISION in Stuttgart wird der Sensor nun erstmals vorgestellt.
goVISCAN ist gerade einmal 10 × 7,5 × 2,5 Zentimeter groß. Zugleich ist der Sensor darauf ausgelegt, auch bei wechselnden Lichtverhältnissen und Bewegungen zuverlässige Messungen zu ermöglichen. Die Kerntechnologie des Vitalsensors ist eine neuartige Multispektralkamera. Sie besteht aus einer hochpräzisen Anordnung von neun Mikrolinsen. Obgleich diese Linsen monolithisch, also in einem zusammenhängenden Bauteil aus einem einzigen Stück Glas gefertigt ist, ist jede Linse für einen eigenen Wellenlängenbereich optimiert – von blau über grün und rot bis hin zum nahen Infrarotbereich. Diese Anordnung ermöglicht es goVISCAN, selbst kleinste Helligkeitsschwankungen der Haut zu erfassen, wie sie durch den pulsierenden Blutfluss innerhalb der Haut entstehen.
goVISCAN kann derzeit einen Blickwinkel von 40 Grad abbilden und im Abstand von 70 Zentimetern bis zu 1,3 Metern von der beobachteten Person arbeiten. Naheliegend ist eine mögliche Anwendung in den Bereichen Gesundheit und Pflege, etwa zur Überwachung Patienten im Krankenbett, bis hin zu denkbaren künftigen Einsätzen in der Telemedizin. Weiterhin eignet sich das System perspektivisch zur Anwendung im Fahrzeug, etwa zur Müdigkeits- und Aufmerksamkeitserkennung, sowie zum Einsatz an Leitständen oder Arbeitsplätzen.
Foto: Fraunhofer IOF
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