Forschende der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben einen neuen Mechanismus entdeckt, mit dem Cholera-Bakterien die Aktivität eines gefährlichen Virus steuern. Wie das Team im Fachjournal „PNAS“ berichtet, reguliert das kleine RNA-Molekül „CisR“ die Vermehrung des sogenannten CTXϕ-Phagen, der die Gene für das Cholera-Toxin trägt. Unter Stress, Nährstoffmangel oder hoher Zelldichte wirkt CisR wie eine molekulare Bremse und hemmt die Bildung neuer Viruspartikel. „Unsere Ergebnisse zeigen erstmals, dass kleine regulatorische RNAs direkt die Vermehrung eines krankheitsrelevanten Phagen kontrollieren können“, erklärt Studienleiter Kai Papenfort. Die Erkenntnisse liefern wichtige Einblicke in das Zusammenspiel von Bakterien und Viren und könnten langfristig neue Ansätze für antimikrobielle Therapien ermöglichen.
Foto: Kai Papenfort/Liana Franke-Opitz (Universität Jena)
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