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Genetiker der Universität Jena erforscht Grundlagen der Evolution von Spinnen

Datum: 13.03.2012
Rubrik: Wissenschaft

Wissenschaftler der Universitäten in Göttingen und Jena und der Harvard University forschen zur Evolution von Spinnen. Sie konnten zeigen, dass dieselben Gene in unterschiedlichen Organismen unterschiedliche Prozesse steuern, die aber zum selben Ergebnis führen. So wird die für Insekten typische Segmentierung von den sogenannten Hox-Genen gesteuert. Auch Spinnen verfügen über solche Hox-Gene. Allerdings ist das Gen, das bei den Insekten für das Wachstum der Beine verantwortlich ist,  bei den Spinnen vor allem im Hinterleib aktiv, also dort, wo keine Beine wachsen. Dem sind die Wissenschaftler am Beispiel der heimischen Gewächshausspinne auf den Grund gegangen. Als sie bei Spinnenembryos das Gen, das normalerweise im Hinterleib der Spinnen aktiv ist, ausschalteten, wuchsen den Tieren statt der üblichen acht insgesamt zehn Beine, die zwei zusätzlichen am sonst beinlosen Hinterleib. Da es sich aber um die gleiche genetische Information handelt, müssten andere Faktoren für die unterschiedliche Wirkung ausschlaggebend sein. So unterscheiden sich bei Insekten und Spinnen die molekularen Mechanismen, die durch die Hox-Gene reguliert werden, ebenso wie das Zusammenspiel mit weiteren nachgeschalteten Genen. Diese Erkenntnisse, so das Fazit der Wissenschaftler, illustrieren beispielhaft, wie sich die Rolle von Genen im Laufe der Evolution grundlegend wandeln kann.

 

 

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