Am Sonntag fand im Zusammenhang mit der Debatte, die durch den Aufruf von pax christi vom 22. Mai ausgelöst worden war, ein offenes und konstruktives Gespräch zwischen Martin Borowsky (Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Erfurt - DIG), Reinhard Schramm (stellv. Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen), Bodo Ramelow (Fraktionsvorsitzender im Thüringer Landtag) und Albrecht Schröter (Oberbürgermeister in Jena) statt. Dabei erklärte Schröter: „Es war und bleibt mein Anliegen, auf eine Kennzeichnung von Produkten aus besetzten Gebiete hinzuwirken, damit der Verbraucher frei entscheiden kann, ob er kaufen möchte oder nicht. Einen generellen Boykott israelischer Waren halte ich nicht für richtig. Ich werde meine Unterschrift des Aufrufs mit dieser Klarstellung versehen." Borowsky machte deutlich, dass die DIG den Aufruf von pax christi ablehnt. Gleichzeitig bedauerte er im Namen der DIG, dass die Sachfragen überlagert worden seien von persönlichen Diffamierungen und Angriffen auf die Person des Oberbürgermeisters Schröter. Die DIG distanziere sich davon in aller Form und sei der Auffassung, dass die Gemeinsamkeiten zwischen ihr und Albrecht Schröter stärker als bisher in den Vordergrund gestellt werden sollten. Gemeinsam sind die Gesprächspartner davon überzeugt, dass nur die Einhaltung von Völker- und Menschenrechten den von allen ersehnten Frieden im Nahen Osten sichern wird. Deshalb stehen Gewalt als auch der Verstoß gegen internationales Recht dem Frieden und einer Zwei-Staaten-Lösung entgegen. Reinhard Schramm war es ein besonderes Anliegen, dass es zwischen der Jüdischen Landesgemeinde, der DIG und der Stadt Jena weitere Aktivitäten gibt, die das Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden sowie das gute Verhältnis zu Israel, aber auch zu den Palästinensern stärken. Dazu zählen der kompromisslose Einsatz gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, die Intensivierung von Kontakten zu Nachfahren jüdischer Emigranten, Suche einer israelischen Partnerstadt für Jena. Eine besondere Rolle sollten künftig gemeinsame Diskussionsforen spielen. fs
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