Der Grönlandhai gehört mit einer geschätzten Lebenserwartung von bis zu 400 Jahren oder mehr zu den langlebigsten Wirbeltieren der Erde. Seine außergewöhnliche Lebensdauer, sein extrem langsames Wachstum, der sehr niedrige Stoffwechsel, die minimale Schwimmaktivität und seine späte Geschlechtsreife – im Alter von etwa 150 Jahren – machen ihn zu einem einzigartigen Modellorganismus für die Erforschung von Alternsprozessen und den biologischen Grundlagen von Langlebigkeit. Erste genomische Analysen des Grönlandhais deuten darauf hin, dass Gene, die mit der Entzündungshemmung, dem Krebsschutz und der Stabilisierung zellulärer Prozesse in Verbindung stehen, auch bei dieser Art eine zentrale Rolle spielen.
Ein internationales Forschungsteam in Pisa und am Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena hat nun erstmals systematisch alternsbedingte Veränderungen im Herzgewebe des Grönlandhais genauer untersucht. Im Mittelpunkt der Studie stand die Frage, ob der Grönlandhai vor typischen Anzeichen der Herzalterung – wie Fibrose, oxidativem Stress und Funktionsverlust – geschützt ist oder ob er in der Lage ist, die schädlichen Auswirkungen des Alterns zu kompensieren.
Die Forscher haben herausgefunden, dass das Herz des Hais extreme Anzeichen des Alterns aufweist. Dennoch haben diese Schäden keinen Einfluss auf seine Langlebigkeit. Vielmehr deutet es darauf hin, dass seine außergewöhnliche Langlebigkeit auf seine Widerstandsfähigkeit zurückzuführen ist - die Fähigkeit, trotz alternsbedingter Schäden seine physiologischen Funktionen aufrechtzuerhalten.
Foto: FLI / Kerstin Wagner; KI-generiert mit Google Gemini
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