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Jena erinnert an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953

Datum: 18.06.2026
Rubrik: Politik

Mit einer Gedenkveranstaltung am Denkmal für die politisch Verfolgten der sowjetischen Besatzungszone und der DDR erinnerte die Stadt Jena am Mittwoch an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche würdigte in seiner Rede den Mut der Menschen, die damals gegen das SED-Regime aufbegehrten.

Jena gehörte 1953 zu den Zentren der Proteste in Thüringen. Arbeiter aus dem Zeiss-Werk und dem Glaswerk zogen durch die Stadt und forderten unter anderem freie Wahlen, den Rücktritt der SED-Regierung und die Freilassung politischer Gefangener. Zeitweise versammelten sich nach historischen Angaben bis zu 25.000 Menschen auf dem Holzmarkt.

Nach der Niederschlagung des Aufstands wurden zahlreiche Demonstranten verhaftet und zu hohen Haftstrafen verurteilt. Der Schlosser Alfred Diener wurde von einem sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt und am 18. Juni 1953 in Weimar erschossen.

In seiner Rede erinnerte Nitzsche auch an weitere Beispiele des Widerstands gegen die kommunistische Diktatur, darunter den Ungarn-Aufstand von 1956, den sogenannten Physikerball in Jena sowie den Eisenberger Kreis. Die Ereignisse hätten gezeigt, dass der Wunsch nach Freiheit und demokratischer Mitbestimmung trotz staatlicher Repressionen lebendig geblieben sei.

Der Oberbürgermeister betonte, dass der Mut der Menschen von 1953 eine wichtige Voraussetzung für die Friedliche Revolution von 1989 gewesen sei. Die Erinnerung an die Opfer politischer Verfolgung und an den Widerstand gegen die Diktatur müsse auch heute wachgehalten werden.

Zum Abschluss der Veranstaltung gedachten die Teilnehmer mit einer Schweigeminute der Opfer des Volksaufstands von 1953, des Ungarn-Aufstands von 1956 und aller Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft.

Die komplette Rede können Sie hier nachlesen: https://rathaus.jena.de/de/gedenken-die-ereignisse-vom-17-juni-1953

Foto: Stadt Jena

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