Nachrichten

PRO GOETHE kritisiert Stadtratsbeschluss zum Bürgerzentrum in Winzerla

Datum: 14.06.2026
Rubrik: Politik

Die Bürgerinitiative PRO GOETHE übt scharfe Kritik am Stadtratsbeschluss zum geplanten Bürgerbegegnungszentrum (BBZ) in Winzerla. Die Initiative spricht von einem „Scheinkompromiss“ und wirft Verwaltung und Teilen des Stadtrates vor, den Bürgerwillen zu missachten.

Seit rund acht Monaten setzt sich die BI dafür ein, die ehemalige Goetheschule als möglichen Standort für das neue Bürgerzentrum ernsthaft zu prüfen. Statt eines Neubaus auf der Grünfläche am Enver-Şimşek-Platz fordert die Initiative eine ergebnisoffene Untersuchung der Sanierungsvariante. Nach Ansicht der BI lehnt die Mehrheit der Anwohner den geplanten Neubau ab.

Kritisiert wird insbesondere ein von der Stadtverwaltung vorgelegtes Faktenpapier. Dieses stelle aus Sicht der Initiative die Vorteile einer Sanierung nicht ausreichend dar und blende Nachteile des Neubaus wie zusätzliche Flächenversiegelung und mögliche Kostenrisiken aus. BI-Sprecher Jens Löbel spricht von einem fehlenden fairen Vergleich der verschiedenen Varianten.

Für Unverständnis sorgt bei der Initiative zudem, dass der Stadtrat dem Millionenprojekt zugestimmt habe, obwohl eine umfassende Wirtschaftlichkeitsprüfung noch aussteht. Eine entsprechende Anfrage soll erst Ende September beantwortet werden. Auch Fragen von Stadtratsmitgliedern seien bislang unbeantwortet geblieben.

Ein weiterer Streitpunkt betrifft das Baufeld des geplanten Neubaus. Nach Angaben der BI sei vor der Abstimmung signalisiert worden, dass eine Verschiebung des Baukörpers zum Schutz der angrenzenden Grünfläche und der Anwohner möglich sei. Unmittelbar nach dem Beschluss habe die Stadt jedoch klargestellt, dass am vorgesehenen Standort festgehalten werde. Dies habe das Vertrauen der Initiative zusätzlich erschüttert.

Positiv bewertet die BI dagegen das Engagement von Ortsteilbürgermeister Markus Meß, der sich für weitere Gespräche eingesetzt habe. Außerdem unterstützt die Initiative den Vorschlag von Stadtrat Seela, die Goetheschule als Jugendherberge mit integriertem Bürgerzentrum zu entwickeln.

Die Bürgerinitiative fordert nun eine unabhängige und transparente Prüfung aller Standortvarianten, die fachliche Bewertung des Jugendherbergs-Konzepts sowie einen sofortigen Planungsstopp für den Neubau, bis die Wirtschaftlichkeitsprüfung vorliegt und offene Fragen geklärt sind.

Die BI PRO GOETHE setzt sich nach eigenen Angaben für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der ehemaligen Goetheschule sowie für den Schutz innerstädtischer Grünflächen in Winzerla ein.

Weitere Meldungen aus dieser Rubrik

Jena erinnert an den Volksaufstand...

Mit einer Gedenkveranstaltung am Denkmal für die politisch Verfolgten der sowjetischen Besatzungszone und... [zum Beitrag]

Linke lädt zum Bürgerdialog in...

Die Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag macht mit ihrem Bürgerbus am Mittwoch, 17. Juni, in Winzerla... [zum Beitrag]

Blockierte Ladesäulen in der...

Die Stadt Jena kennt das Problem blockierter Ladesäulen in der Lutherstraße an der Ecke Sickingenstraße.... [zum Beitrag]

Kundgebung – Feministischer Streik...

Mit einem Sparschwein als Piñata sendeten knapp 100 Demonstrierende am Mittwoch ein Zeichen an die... [zum Beitrag]

Stadt Jena erläutert Pläne für...

Nach dem Ortsteilbesuch von Oberbürgermeister Thomas Nitzsche in Löbstedt informiert die Stadt Jena erneut... [zum Beitrag]

Podiumsdiskussion –...

Der Plan des Verteidigungsministeriums, ein Musterungszentrum in Jena zu eröffnen, stößt seit der... [zum Beitrag]

Wochenrückblick – Oberbürgermeister...

In seiner aktuellen Videobotschaft blickt Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche auf mehrere Ereignisse der... [zum Beitrag]

Studierendenbeirat fordert Wohnraum...

Der Studierendenbeirat der Stadt Jena fordert eine neue Prüfung für die bislang unbebaute Fläche am... [zum Beitrag]

Grüne laden zu Bürgersprechstunden ein

Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen setzt ihre Reihe der Bürgersprechstunden fort. Bürger... [zum Beitrag]