Nach langer Diskussion hat der Jenaer Stadtrat hat den Weg für den Neubau eines Bürgerzentrums in Winzerla freigemacht. Die geänderte Beschlussvorlage wurde nach einer ausführlichen Debatte mehrheitlich angenommen.
Stadtentwicklungsdezernent Dirk Lange warb dafür, das Projekt weiterzuführen: In Winzerla gebe es grundsätzlich einen breiten Wunsch nach einem Bürgerzentrum, strittig seien vor allem Standort, Form und Einbindung bestehender Gebäude gewesen. Besonders im Fokus stand die ehemalige Goetheschule. In einem mehrheitlich angenommenen Änderungsantrag von Stadträten und Ortsteilbürgermeister Markus Meß wird festgehalten, dass für das Gebäude eine schnelle Nachnutzung angestrebt wird. Diskutiert wurde unter anderem ein Azubi-Wohnheim. Außerdem sollen nach Möglichkeit 10 bis 15 Prozent der Fläche für öffentliche oder gemeinwohlorientierte Nutzungen erhalten bleiben. Beim geplanten Neubau am Enver-Şimşek-Platz soll die Flächenversiegelung möglichst gering gehalten werden. Geprüft werden sollen unter anderem eine Verschiebung des Baukörpers in Richtung bereits versiegelter Flächen, eine Teilunterkellerung oder eine teilweise Überbauung. Ziel ist es, die bestehende Grünfläche und die Sichtachse der Wasserachse weitgehend zu erhalten. Die Stadtverwaltung verweist auf bereits zugesagte Fördermittel: Von rund sieben Millionen Euro Baukosten müsste Jena nach bisherigem Stand etwa 2,3 Millionen Euro selbst tragen. Zugleich wurde auf Antrag von Stadtrat Stefan Beyer beschlossen, die Folgekosten des Projekts genauer darzustellen. Die Verwaltung räumte ein, entsprechende Fragen bislang nicht ausreichend beantwortet zu haben.
Ein Änderungsantrag der Linken, die Goetheschule ausdrücklich dem sozialen Wohnungsbau zuzuführen, fand keine Mehrheit. Mehrheitlich angenommen wurde dagegen der Kompromissvorschlag rund um Neubau, Bürgerbeteiligung und Nachnutzung der Goetheschule.
Ortsteilbürgermeister Meß erinnerte daran, dass die Debatte in Winzerla seit Monaten intensiv geführt werde. Zwei Bürgerinitiativen hatten sich mit unterschiedlichen Positionen eingebracht. Der nun beschlossene Kompromiss soll den Neubau ermöglichen, zugleich aber die Sorgen um Grünflächen, Leerstand und Beteiligung aufgreifen.
Foto: Archiv
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