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Narzisstische Wesenszüge und ihr Einfluss auf die psychotherapeutische Behandlung

Datum: 16.10.2023
Rubrik: Wissenschaft

Eine Forschungskooperation des Universitätsklinikums Jena und der Universität Münster veröffentlichte jetzt Ergebnisse zu einer deutschlandweiten Studie zur psychotherapeutischen Behandlung von Patienten mit narzisstischen Persönlichkeitszügen. Als Narzissten werden Menschen bezeichnet, die sich als besonders großartig empfinden. Mündet die Selbstüberhöhung in deutliche Rivalität, spricht man einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Im Gegensatz zu den Narzissten, die bewundert werden wollen, ist das narzisstische Rivalitätsstreben mit stärkeren Depressionssymptomen verbunden. An der Studie nahmen über 2.000 Patienten aus stationärer und ambulanter Psychotherapie teil. Studenten erfassten bei den Patienten die Ausprägung narzisstischer Persönlichkeitsmerkmale sowie depressive Symptome vor und nach der Behandlung mit zwei unterschiedlichen Psychotherapiemethoden. Dabei kam heraus, dass sich insbesondere der Aspekt der Rivalität negativ auf die Behandlung auswirkte. Bei Patienten, die mit einer Therapie behandelt wurden, die speziell für Menschen mit Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen entwickelt wurde, war dieser negative Effekt nicht zu finden. Die Forscher nehmen an, dies auf zwischenmenschliche Verhaltensmuster zwischen Patienten und Therapeutin zurückzuführen ist. Mit dem Ergebnis wurde ein wichtiger Beitrag für das Verständnis narzisstischer Persönlichkeitszüge und deren Berücksichtigung in der Therapie psychischer Störungen allgemein geschaffen.

 

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