Der Ortsteilrat von Lichtenhain macht sich Sorgen, seit das Wohn- und Sterbehaus Ernst Abbes auf der Liste anstehender Zwangsversteigerungen entdeckt wurde. Obwohl der Mathematiker zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Stadtgeschichte gehört, steht das Haus nicht unter Denkmalsschutz.
Schon einmal stand das Schicksal des Hauses auf der Kippe. 1911 plante ZEISS einen Erweiterungsbau, dem das Haus, das damals zwischen Volkshaus und Werksgelände stand, im Weg war. Der Gemeinderat Lichtenhain rettete es damals durch den Vorschlag es in der Mühlenstraße wieder auf zu bauen und als Kinderheim zu nutzen. Das Grundstück stiftete der Lehranstaltsdirektor Keferstein. Die Kosten für den Umzug des Gebäudes von 35.000 Mark übernahm ZEISS. Bis in die 1940er Jahre wurde das Haus als Kinderheim genutzt, danach war es Wohnhaus, beherbergte eine Konsum-Verkaufsstelle und einen Elektro-Handwerksbetrieb. Seit einiger Zeit steht es leer.
Die Lichtenhainer hoffen nun auf Hilfe – vielleicht vom Denkmalschutz, vielleicht noch einmal von der Carl-Zeiss-Stiftung. Die Zeit dafür ist knapp, denn bereits am 9. Oktober steht die Zwangsversteigerung an.
Foto: Dieter Kluziok
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