Die Wochenstation der Klinik für Geburtsmedizin am Jenaer Uniklinikum trägt ab sofort den Namen „Klara Griefahn“. In der alten Jenaer Frauenklinik war bereits eine Station nach Greifahn benannt. Die dortige Tafel findet im Neubau nun einen neuen Platz. Die 1897 in Budapest als Klara Hoffmann geborene Medizinerin hatte in den 1920er-Jahren die erste kostenlose Beratung für Mütter in Lobeda eingeführt. Studiert hatte sie in Greifswald, wo ihre jüdische Herkunft nicht registriert worden war. Noch im Studium heiratete sie ihren Kommilitonen Siegfried Griefahn. 1922 zogen beide nach Lobeda, wo sie eine allgemeinmedizinische Praxis mit dem Schwerpunkt Geburtshilfe eröffneten. In ihrer eigenen Praxis betreute Griefahn ab 1931 vor allem Mütter, Säuglinge und Kinder. 1933 stellte sie den Betrieb jedoch ein, um der Kennzeichnung als „nichtarische“ Ärztin zuvorzukommen. 1943 wurde sie als Jüdin denunziert und erhielt im Januar 1945, kurz vor Kriegsende, den Deportationsbescheid. In der Nacht vor dem Transport beging sie Selbstmord.
Foto: UKJ/Szabó
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